Wachstumsschub für Gartenpflanzen: natürlichen Dünger selbst machen

Wachstumsschub für Gartenpflanzen: So leicht machst du natürlichen Dünger selbst

Und deine Pflanzen blühen in voller Pracht!

Wachstumsschub für Gartenpflanzen: So leicht machst du natürlichen Dünger selbst

Und deine Pflanzen blühen in voller Pracht!

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Die Vorfreude auf Frühling und Sommer steigt mit jedem weiteren, trüben Wintertag nur noch mehr an. Nicht nur, weil dann wieder mehr Sonnenstunden winken, sondern weil wir uns auch endlich wieder an allem erfreuen können, was in unserem Garten so wächst und gedeiht. Wir verraten dir, mit welchen einfachen Möglichkeiten du deine Pflanzen so richtig sprießen lässt und wie du sie mit natürlichen Mitteln vor Schädlingen schützt – damit du dich so lange wie nur irgend möglich an der grünen und bunten Pracht erfreuen kannst.

Wachstumshilfe für Garten und Balkon

Sobald die Zeit dafür reif ist, geht es selbstverständlich nicht nur darum, den Balkon schön herzurichten oder für eine kreative Gartendeko zu sorgen. Wir wollen im Frühling endlich wieder lebendige Farben und sattes Grün sehen – oder sogar gleich das Angenehme mit dem nützlichen verbinden und Obst und Gemüse anpflanzen. Kräuter kann schließlich jeder. Ganz egal, ob du es eher mit den Zierpflanzen oder den Nutzpflanzen hältst (die schließen sich gegenseitig ja auch nicht aus), es gibt immer den einen oder anderen Kniff, mit dem deine Pflanzen besonders schön wachsen, besonders viel Ertrag bringen und besonders lange gesund und kräftig bleiben.

Das Beste daran: Sie alle verlangen keinen großen Aufwand, sind mit einfachen Mitteln umsetzbar und vor allen Dingen 100 Prozent Natur. Auf diese Weise tust du nicht nur deinen Blumen und deinem Gemüse etwas Gutes, sondern gleichzeitig auch dir und der Umwelt. Mit dem Einläuten der Gartensaison kannst du also gleich anfangen, dich ebenfalls um den richtigen Dünger aus eigener Herstellung zu kümmern.

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Nährstoffzufuhr selbst gemacht

Jeder, der sich zumindest ein wenig mit Pflanzen auskennt, weiß um die Wichtigkeit der Nährstoffversorgung. Sonnenschein und regelmäßiges Gießen reichen langfristig nicht aus, um eine Pflanze bei bester Gesundheit zu erhalten. Wenn sich die Blätter gelb färben oder unschöne Sprenkel vorweisen, die Pflanzen bestenfalls als kümmerlich zu bezeichnen sind oder es nur wenige Blüten und Früchte gibt, liegt das häufig an einem Nährstoffmangel.

Vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium sind für ein gesundes Pflanzenwachstum notwendig:

  • Stickstoff verhilft den Blättern zu einem kräftigen Grün.
  • Phosphor wird für die Blüten- und Fruchtbildung benötigt.
  • Kalium treibt die Zellteilung in den Wurzeln voran.

Die einfachste Lösung wäre der Griff zum handelsüblichen Universaldünger, der enthält genau diese drei Bestandteile, in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Kaum aufwändiger, dabei aber vollkommen natürlich, sind die folgenden Düngemittel.

Kompost

Eine Lösung, die vorzugsweise Gartenbesitzer nutzen können – statt Grün- und Bioabfälle mit dem Hausmüll zu entsorgen, kommen sie in eine Kompostbox. Die kann im Zweifelsfall auch im Eigenbau zusammengezimmert werden, an einem windgeschützten Platz im Halbschatten. Windgeschützt bedeutet übrigens nicht, eine ordentliche Durchlüftung vernachlässigen zu können. Sonst setzt der Kompost Schimmel an und ist nicht mehr zu gebrauchen.

Bei dieser Methode ist allerdings ein wenig Geduld gefragt. Für das erste Umschichten ist der Kompost zwar nach drei Monaten bereit, zum Einsatz sollte er aber erst kommen, wenn er eine dunkle Farbe hat und wie der Waldboden riecht.

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Hochbeete funktionieren ähnlich wie das Kompostbox-Prinzip. fotolia.com © alisonhancock

Tipp: Wer das Komposten wie ein Profi angehen möchte, arbeitet mit zwei Boxen. In die erste wandern dann wie üblich die Haus- und Gartenabfälle, in der zweiten wird der gewonnene Kompost aufgebracht und mit großen und kleinen Abfällen gemischt. Und wenn du so gar keine Lust auf einen oder mehrere Komposthaufen hast, eignen sich die Abfälle auch prima für die Befüllung von Hochbeeten. Damit kannst du eine gute Grundlage für die darin gesetzten Pflanzen schaffen – allerdings nicht als ausschließliche, ansonsten dauert der Zersetzungsprozess zu lange und die Gartensaison ist schon fast wieder vorbei, bevor du die ersten Pflanzen eingesetzt hast.

Balkongärtner ohne richtigen Garten müssen auf das Kompostieren im Übrigen nicht verzichten. Aus Japan kommt mit den sogenannten Bokashi-Eimern eine küchentaugliche Alternative, die sich größenmäßig in den Dimensionen eines herkömmlichen Abfalleimers bewegen.

Hierin kannst du die komposttauglichen Küchenabfälle sammeln (Achtung: Gekochte Speisen, ganz gleich ob Gemüse oder Fleisch, gehören genauso wenig dazu wie gebratene Fette oder anorganische Stoffe), die dann mit der speziellen Bokashi-Kleie versetzt werden. Die enthält Mikroben, die einerseits den Zersetzungsprozess beschleunigen und andererseits unangenehme Gerüche verhindern.

Großer Vorteil dieser Methode: Sie funktioniert so schnell, dass du bereits nach zwei Wochen den ersten Flüssigdünger abzapfen und verwenden kannst.

Holzasche

Wenn du einen Kamin im Haus hast oder einen Holzkohlegrill, solltest du die Asche nicht einfach entsorgen. Die Überreste des verbrannten Holzes beinhalten nämlich immer noch wichtige Mineralstoffe, Kali und Spurenelemente. Deshalb kannst du die Asche besser direkt über die Beete streuen und ein wenig in den Boden einarbeiten.

Kaffeesatz und schwarzer Tee

Kaffeesatz ist ja ohnehin eines der Geheimmittel für den gesamten Haushalt und deswegen ist es auch nicht so über die Maße verwunderlich, dass du ihn auch als Bio-Dünger einsetzen kannst. Am besten funktioniert das, solange der Kaffeesatz noch feucht ist, dann sollte er unter die Blumen- oder Pflanzenerde gearbeitet werden, damit er nicht austrocknet und so verhindert, dass Wasser in den Boden kommt.

Beim schwarzen Tee ist die Vorgehensweise eine etwas andere, denn er eignet sich besser als Flüssigdünner. Dazu einfach die gebrauchten Teebeutel zum Gießwasser geben, kurz etwas ziehen lassen und damit die Pflanzen wässern.

Ob Balkon- oder Gartenpflanze, mit Kaffeesatz als Dünger wachsen fast alle besser. fotolia.com © Hanna

Hinweis: Sowohl Kaffee als auch Tee wirken leicht säuernd und sind damit womöglich nicht für alle Pflanzen geeignet. Allerdings freuen sich bestimmte Gemüsesorten – zum Beispiel Zucchini oder Gurke – wiederum sehr über diese Form des natürlichen Düngens.

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Eierschalen

Einen gegenteiligen Effekt haben Eierschalen, die viel Kalk enthalten und deswegen den pH-Wert erhöhen. Auch hier solltest du also darauf Acht geben, welche Pflanzen du auf dem Balkon oder im Garten gepflanzt hast und welche Art Dünger sie gut vertragen. Außerdem kommt es ganz darauf an, wie kalkhaltig das Leitungswasser in deiner Region ist. Unter Umständen ist es dann nämlich gar nicht mehr notwendig, über die zerkleinerten Eierschalen im Gießwasser noch mehr Kalk zuzugeben.

Brennnesseljauche

Es klingt zwar nicht besonders verheißungsvoll, trotzdem ist Brennnesseljauche ein wirkungsvolles Mittel, dass du nicht nur zum Düngen, sondern genauso bei der Schädlingsbekämpfung einsetzen kannst. Wie funktioniert das? Brennnesseln unter Einhaltung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen in einem Eimer oder Holzfass sammeln. Das Kraut nicht hineinpressen, nur lose einfüllen. Ist der Behälter voll, wird er mit Wasser aufgefüllt, zugedeckt und anschließend für drei Wochen in Ruhe gelassen.

Brennnessel hilft deinen Pflanzen als Dünger oder als Schädlingsschutz. fotolia.com © Annett Seidler

In dieser Zeit wird aus Brennnesseln und Wasser eine Brühe, die sich je nach Grad der Verdünnung als Flüssigdünger (zehnfach verdünnt) oder Pflanzenschutzmittel (mindestens 40fach verdünnt) gegen Schädlinge wie Blattläuse auf Blättern und Blüten verwenden lässt.

Bier und Mineralwasser

Pflanzen brauchen nicht nur Nährstoffe, sondern ebenso Mineralstoffe. Deswegen kannst du abgestandenes Mineralwasser, dass sich zum Trinken nicht mehr so recht anbietet, durchaus an die Pflanzen ausschenken. Die sind da weniger empfindlich und freuen sich stattdessen über eine Extraportion Mineralstoffe.

Anders ist es beim Bier, denn das enthält vorwiegend Nährstoffe. Überreste der letzten Party können also mit dem Gießwasser noch als Flüssigdünger fungieren. Mehr als zweimal pro Woche – unabhängig vom Partyaufkommen – solltest du das Bierwasser aber nicht verwenden.

Weitere Naturdünger

Das Ende der Liste von natürlichen Düngern ist damit noch lange nicht erreicht, denn es eignen sich sehr viele Haushaltsreste als Wachstumsbeschleuniger für deine Blumen und Pflanzen. Kochwasser von Gemüse enthält zum Beispiel viele Nährstoffe und Mineralstoffe und ergibt deshalb einen guten Flüssigdünger. Bananenschalen können entweder auf den Kompost oder in ganz klein geschnittene Stücke direkt unter die Erde gemischt werden.

Pflanzenschutz auf Naturbasis

Theoretisch solltest du mit diesen Maßnahmen für ein ordentliches Wachstum für gesunde Pflanzen sorgen. Nährstoffmangel begünstigt nämlich die Tätigkeit von Schädlingen, die sich in erster Linie auf „kranke“ Pflanzen stürzen. Ein solcher Befall lässt sich leider trotz aller Pflege nicht ausschließen und dann ist schnelles Handeln gefragt. Das ist ärgerlich, muss aber nicht zwangsläufig mit dem Griff zur Chemiekeule beantwortet werden. Im Gegenteil kannst du wirksame Pflanzenschutzmittel wie die Brennnesseljauche ganz einfach und ohne giftige Chemie selber produzieren.

Mittel gegen Blattläuse

Mit der Brennnesseljauche oder auch einem Brennnesselauszug ist das wichtigste Bio-Mittel gegen Blattläuse schon genannt. Einfach in eine Sprühflasche füllen und die betroffenen Blätter einsprühen – dabei die Blattunterseiten nicht vergessen. Alternativ gehen ebenso gut Rhabarberblätter. Schneller verfügbar ist ein Sud aus Wermut, dazu werden einige Gramm des Tees für eine Viertelstunde in heißem Wasser ziehen gelassen und das Ganze nach dem Abkühlen unverdünnt über den Pflanzen versprüht.

Nicht nur hübsch, sondern auch nützlich – insbesondere gegen Blattläuse. fotolia.com © Drago

Hilfreich kann auch eine vorausschauende Planung sein. Das Nebeneinander unterschiedlicher Pflanzen macht es wahrscheinlicher, dass nicht nur Schädlinge, sondern gleichzeitig deren natürliche Fressfeinde angelockt werden. Außerdem helfen Bohnenkraut, Knoblauch, Lavendel, Salbei, Tagetes und Thymian vorbeugend – sie werden von Blattläusen gemieden und können als Beschützer der umstehenden Pflanzen dienen.

Mittel gegen Erdflöhe

Besonders ärgerlich für Hobbygärtner sind Erdflöhe, denn die kleinen Käfer zerfressen die Blätter von Radieschen oder Rucola. Da sie es eher trocken mögen, kann regelmäßiges Gießen und Besprühen der Pflanzen schon ausreichen. Falls dem nicht so ist, kannst du mit einem Tee aus Zwiebeln und Knoblauch gegen die Schädlinge vorgehen. Auf dem Balkon hilft womöglich schon eine Deckschicht aus Mulch vor dem Austrocknen. Mit regelmäßigem Hacken und Unkraut jäten störst du außerdem die Ruhe der Erdflöhe auf empfindliche Weise.

Mit ähnlichen Hilfsmitteln kannst du auch gegen Spinnmilben vorgehen. Einen solchen Befall erkennst du an feinen Gespinsten, die ein wenig an Spinnweben erinnern. Die Milben schätzen ebenfalls eine trockene Umgebung und treten bei ausreichender Wässerung den Rückzug an.

Schutz mit allen Mitteln

Ganz nach dem Vorbild der Brennnesseljauche können aus unterschiedlichsten Pflanzen geeignete Schutzmittel hergestellt werden:

  • Schachtelhalm hilft gegen Pilzerkrankungen und kann entweder zur Vorbeugung oder Bekämpfung verwendet werden.
  • Verschiedene Farne (Rainfarn, Wurmfarn, Adlerfarn) sind ein gutes Mittel gegen Mücken, Blatt-, Schmier- und Schildläuse.
  • Tomatenblätter kannst du zu einem schützenden Auszug für Kohlpflanzen verarbeiten, so dass diese nicht vom Kohlweißling befallen werden.

Ein weitverbreitetes Hausmittel zur Schädlingsbekämpfung ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Warmes Wasser mit einem Spritzer Neutralsalbe gilt zwar weithin als effektives Mittel, vor allem gegen Blattläuse. Allerdings können damit auch Nützlinge in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf diese Form des Pflanzenschutzes solltest als nach Möglichkeit verzichten.

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